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Sieben antworten von: Beat brühwiler

Statement: Was ich der Welt zum Thema „kollaborative Mobilität“ mitteilen will.

Obwohl "kollaborative Mobilität" v.a. in den letzten Monaten zum grossen Trend(wort) gemacht wird, handelt es sich dabei keineswegs um ein neues Konzept: Schon seit Jahrzenten organisieren sich viele Personen in Fahrgemeinschaften. Tatsächlich aber braucht es so etwas wie eine „Revolution“ um das Mobilitätsverhalten der grossen Masse grundlegend zu verändern, und genau hierfür steht der Begriff "kollaborative Mobilität".


Traummobilitätsszenario in 50 Jahren: Wie wünsche ich mir die Verkehrswelt im Jahr 2060.

Persönlich würde ich mir wünschen, dass die Menschen wieder mehr Wert auf eine sinnvolle Nähe zwischen Wohnort, Arbeitsort, und Freizeitaktivitäten legen und eine solche Nähe auch ermöglicht und gefördert wird. Damit würde die Mobilität einen kleineren Stellenwert einnehmen als prognostiziert.

Ich habe viele Jahre in Tokyo gelebt, eine Mega-City, welche oft als das "Fenster in die Zukunft" betrachtet wird. Vor diesem Hintergrund würde ich mein (bescheidenes) "Traummobilitätsszenario in 50 Jahren" als eines beschreiben, wo die Städte weder komplett zubetoniert sind, noch deren Bewohner täglich mehrere Stunden in irgendwelchen Transportmitteln verbringen müssen. Etwa so wie's heute in der Schweiz noch mehrheitlich der Fall ist :-)


Mein TOP-Moment: Der meines Erachtens bisher grösste Erfolg in der kollaborativen Mobilitätsgeschichte.

Für mich ist dieser Moment noch nicht gekommen: Der mittlere Besetzungsgrad eines fahrenden Autos liegt nach wie vor weit unter zwei Personen, und der "bevorstehende Verkehrskollaps" ist fast schon täglich ein Thema in den Medien. Die Erfolgsgeschichte der kollaborativen Mobilität muss erst noch geschrieben werden.


Mein persönliches Mobilitätsverhalten: Wie bewege ich mich privat.

Durch unser Produkt Fundride habe auch ich selbst erst wirklich realisiert, wie teuer die Mobilität im PW tatsächlich ist. Deswegen bin ich oft aus rein finanziellen Gründen entweder mit dem öffentlichen Verkehr oder als (zahlender) Passagier im Auto von Freunden unterwegs. Für berufliche Reisen kommt eigentlich nur der ÖV in Frage, da ich dort unterwegs noch gewisse Arbeiten erledigen kann.

Ich geniesse jedoch ab und zu durchaus die Individualität und den Komfort des eigenen Autos, versuche mich aber auch da so oft wie möglich mit Freunden und Bekannten in Fahrgemeinschaften zu organisieren - wiederum hauptsächlich um Kosten zu sparen.


Eigene Erfahrungen mit kollaborativen Mobilitätsformen: Ein Erlebnis, das mir geblieben ist.

Das erste Mal als ich in einer Fahrgemeinschaft, organisiert über eine der zahlreichen Online-Plattformen, eine Städtereise unternommen habe. Obwohl ich mit dem Fahrer tagsüber per SMS in Kontakt war, habe ich am abgemachten Ort zur abgemachten Zeit ein paar zweifelnde Minuten verbracht, als kein Auto erschienen ist und der Fahrer unerreichbar war. Nach etwa 20 Minuten ist er schliesslich doch noch aufgetaucht und die Reise war ungemein bereichernd. Dieses Erlebnis hat mir sehr deutlich aufgezeigt, dass diese Mobilitätsform, basierend auf blindem Vertrauen zu fremden Personen, in dieser Form wahrscheinlich niemals massentauglich sein wird. In meinem Fall ist es gut ausgegangen und ich bin seither ein grosser Fan von Mitfahrzentralen.


Der Auslöser, der mein Engagement für geteilte Mobilitätslösungen in Gang setzte.

In meinem früheren Job war ich in einen Service involviert, welcher Informationen über die Verkehrssituation sammelt und dem Endbenutzer auf dem Mobiltelefon zur Verfügung stellt. Während sich meine Mitarbeiter darauf konzentrierten, den Service dahingehend besser zu machen, dass der zahlende Benutzer noch erfolgreicher Staus vermeiden konnte, stellte ich fest, dass das eigentliche Problem - die Verkehrsüberlastung - damit niemals gelöst werden würde. Nach kurzer Recherche war aber sofort klar, dass sich diesbezüglich eine andere höchst effektive Lösung anbietet: Die Erhöhung des Besetzungsgrades von fahrenden Autos. Im selben Atemzug wurde mir ebenfalls bewusst, dass "Mitfahren" die einzige Mobilitätsform ist, welche in unserer Gesellschaft noch als kostenlos verstanden wird. Dies ist äusserst erstaunlich wenn man beobachtet wie die Öffentlichkeit auf jede Art von Preiserhöhungen im ÖV sowie Strassenverkehr reagiert.


Tatendrang im Bereich der kollaborativen Mobilität: Wenn ich könnte, würde ich als nächstes…

… jenes Geld in kollaborative Mobilität investieren, welches von Politikern - vermutlich unter starkem Einfluss der Lobbyisten - für den Ausbau von Strassen eingesetzt wird. Man hätte umgehend praktisch unlimitierte Möglichkeiten, die benötigte "Revolution" im Mobilitätsbereich herbeizuführen und einen entscheidenden, nachhaltigen Unterschied zu machen.

 
 

DATENBOX:

Beat Brühwiler

Name: Brühwiler

Vorname: Beat

Funktion: CEO

Firma: CLTmobile AG

Gegründet im Jahr: 2012

Firmensitz in: Luzern, CH

Anzahl Mitarbeiter: 1-5

Die Geschäftsidee kurz zusammengefasst:

Fundride ist das flexible Mitfahrer-Ticket für Freunde und Bekannte. Eine Smartphone-App welche das Aufteilen der Fahrtkosten durch die automatische Berechnung der individuellen Kosten übernimmt und eine bargeldlose Überweisung per Knopfdruck ermöglicht.

Mit Fundride beteiligen sich alle an den Fahrtkosten - ganz ohne Diskussion.

Webseite:

www.fundride.me

 
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